Politik trifft Wissenschaft: Wie viel Gestaltungsmacht hat ein Bundesland bei KI?
Julia Eisentraut , Anne Goldmann
Wenn KI-Modelle in Kalifornien entstehen und in Brüssel reguliert werden, wirkt Landespolitik schnell wie eine Zuschauerin. Dabei entscheidet die Länderebene über lebensnahe Politikfelder wie Bildung oder Polizei. Viel mehr als auf Bundes- und EU-Ebene werden hier konkrete Einsatzszenarien von KI statt großer Leitlinien diskutiert.
Julia Eisentraut, Mitglied der NRW-Enquetekommission Künstliche Intelligenz, und die Politikwissenschaftlerin Anne Goldmann vom Center for Advanced Internet Studies sprechen im offenen Gespräch über reale Hebel und klare Grenzen von Landespolitik.
Aktuelle Forschung zeigt: Parlamente werden in der KI-Governance oft übersehen, bilden aber einen guten Ort für Debatten über mögliche KI-Zukünfte – kommen dabei jedoch zu spät und bräuchten neue Formate. Neben Julia Eisentrauts Landesperspektive und politischer Praxis bringt Anne Goldmann Einordnungen zur Bundes- und EU-Ebene ein. Gemeinsam fragen sie, wie Landespolitik im KI-Zeitalter wirksam gestaltet werden kann: von KI-Kompetenzen in Schulen und Hochschulen über den Einsatz in Verwaltung und Sicherheitsbehörden bis hin zur Frage, wo KI tatsächlich zur Problemlösung beiträgt und wo Risiken besondere Aufmerksamkeit erfordern.